Die Frage steht am Beginn der menschlichen Geistesgeschichte. Als Morgengrauen der gesellschaftlichen Evolution. Fragen fordern immer einen Status quo heraus, prüfen ihn, forschen ihn aus. Fragen suchen. Die antworten darauf markieren wieder die nächsten Fragen. Fragen finden zu neuen Fragen, halten als solche den menschlichen Erkenntnisstrom in Bewegung. Sagen wir einfach, das Wesen der zivilisatorischen Evolution sei interrogativ.
In der Arbeit I have a question stellt Noam Braslavsky die bis heute unbeantworteten Fragen der Menschheit. Auf jeder Taste der elektronischen Orgel liegt ein grundlegendes Interrogativum der Zivilisation. Ein Tonteppich im Hintergrund steht als Ausgangspunkt für die Fragensymphonien der Besucher. “What is my question? Who is behind God? Why are we still walking on the ground? Who is the real dominator?” Noam Braslavskys Fragen leugnen alle Versuche, auf sie jemals Antworten gefunden zu haben. Das Schisma in der geistesgeschichtlichen Entwicklung hat viele Fragen unstellbar, aber eindeutige Antworten niemals möglich gemacht.
Die Art der Fragen, die uns Noam Braslavsky hier stellt, lassen eine Klaviatur erkennen. Im Grunde genommen, müsste man die Fragensymphonie in einer festgelegten Bedeutungsabfolge spielen, in Beziehung zu deren Scheitern in der menschlichen Geistesgeschichte. Er gibt aber jedem Besucher die Möglichkeit, sich semantisch davon zu lösen und bloß rein rhythmisch und klangorientiert neue Sequenzen der ewig wiederkehrenden Interrogativa der Menschheit zu schaffen. Damit entleert er sie semantisch, behält nur ihre Form und wirft sie auf diese Weise noch einmal in den evolutionären Fragenkatalog. Spiegelt sich darin doch die älteste aller zivilisatorischen Hoffnungen – die auf Erkenntnis.
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I have a question. Did you ever publish your book about the people loosing their tails and the mingleling of the hot and cold river? I would love to read it. remembering you in the peace tent at tacheles and later that night.