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		<title>Metabolie</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 22:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 
 
Eine Generation beginnt immer einen neuen Zyklus, der sich aber auf dem gleichen Ursprung verändert hat. Das Generative erzeugt das Ähnliche im Hinblick auf das Vorangegangene. Eine Konstituente im Alterungsprozess der Zivilisation. In der Kognitionsgeschichte beruhen Fakten auf dem Moment der Erfahrung und der Anerkenntnis. Eine Generation kann nur durch ihre eigenen Erfahrungen zu Erkenntnissen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=62&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p> </p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 326px"><a href="http://emmabraslavsky.de/papirossa/pag/emma.jpeg"><img title="Krieg und Frieden (Sprachphilosophisches Denkmal)" src="http://emmabraslavsky.de/papirossa/pag/emma.jpeg" alt="Krieg und Frieden (Sprachphilosophisches Denkmal)" width="316" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Emma Braslavsky: Krieg und Frieden (Sprachphilosophisches Denkmal)</p></div>
<p>Eine Generation beginnt immer einen neuen Zyklus, der sich aber auf dem gleichen Ursprung verändert hat. Das Generative erzeugt das Ähnliche im Hinblick auf das Vorangegangene. Eine Konstituente im Alterungsprozess der Zivilisation. In der Kognitionsgeschichte beruhen Fakten auf dem Moment der Erfahrung und der Anerkenntnis. Eine Generation kann nur durch ihre eigenen Erfahrungen zu Erkenntnissen gelangen. So zeigt es sich, dass es scheinbar unmöglich ist, eine hoffnungsvollerweise gewonnene Erkenntnis einer Generation der nächsten zu vermitteln und ihr dabei die Erfahrung zu ersparen.</p>
<p> </p>
<p><span>Die Arbeit „Krieg und Frieden“ entstand 2002  unter den Kriegsandrohungen der amerikanischen Regierung an den Irak. Auf einem Bildschirm, der auf Beton befestigt ist und die gleiche Hintergrundtextur hat, läuft ein subtiler Film ab. Er zeigt linksseitig langsam abwechselnd die Bestimmungswörter <em>K</em><em>riegs</em>- und <em>F</em><em>riedens</em>-; rechtsseitig schneller wechselnd die jeweiligen Grundwörter, die ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu ihren Bestimmungswörtern hintereinander in alphabetischer Reihenfolge ablaufen. So entstehen Wortverbindungen wie <em>Friedenshinterbliebene</em> oder <em>Kriegspfeife</em>. Dahinter steht ein generatives Prinzip, nach dem jede Schleife gleiche und neue Verbindungen erzeugt.</span></p>
<p><span>Die Schleifen sind unbeeinflussbar, haben eine reine kontemplative Vermittlungsstruktur. Als Mahnmal für das Unvermeidbare wird hier versucht, über die offizielle Sprache, oder besser die proximetrische Ästhetik des öffentlichen Denkmals, Erkenntnis zu vermitteln. Da das aber ein Widerspruch in sich scheint, entpuppt sich die Arbeit nur als schillernder Sisyphos. Als Denkmal, an dem sich nichts weiter als die Gemüter der Autofahrer erhitzen und die Launen der Touristen reiben würden. Einen Krieg verhindern sie wohl nie.</span></p>
<p><span></p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 304px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/kriegfrieden.jpeg"><img title="Krieg und Frieden (Collage)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/kriegfrieden.jpeg" alt="Krieg und Frieden (Collage)" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Emma Braslavsky: Krieg und Frieden (Collage)</p></div>
<p></span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Ästhetik, Denkmal, Emma Braslavsky, Erfahrung, Erkenntnis, Generation, Krieg und Frieden, Metabolie, Proximetrik, Schleife <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/62/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=62&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Interwortkreis</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 21:56:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Assoziation]]></category>
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		<description><![CDATA[
Das Meiste auf dieser Welt hat eine zyklische Natur. Das ist mehr oder weniger eine wissenschaftliche Tatsache. Ausgenommen davon sei die Wiederherstellung der Materie nach ihrem Zerfall. Die Zivilisationsgeschichte, und im Besonderen die Geistesgeschichte, hält sich hier sehr stark an die Gesetze der Natur. Wohl eher unbewusst, denn der Mensch strebt ja sonst nach Linearität, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=59&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><span></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 458px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/ola01.jpeg"><img title="Papierwort (Kinetische Skulptur)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/ola01.jpeg" alt="Papierwort (Kinetische Skulptur)" width="448" height="336" /></a><p class="wp-caption-text">Ola Lewin: Papierwort (Kinetische Skulptur)</p></div>
<p>Das Meiste auf dieser Welt hat eine zyklische Natur. Das ist mehr oder weniger eine wissenschaftliche Tatsache. Ausgenommen davon sei die Wiederherstellung der Materie nach ihrem Zerfall. Die Zivilisationsgeschichte, und im Besonderen die Geistesgeschichte, hält sich hier sehr stark an die Gesetze der Natur. Wohl eher unbewusst, denn der Mensch strebt ja sonst nach Linearität, nach Progressivität.</span></p>
<p><span>Lewin entwickelt aus den bedeutungsschweren Begriffen der Menschheit eine rotierende Wortkette. Jedes Papier ist beidseitig beschrieben. Sie befestigt die Wörter nebeneinander mit Abständen, so dass zwischen ihnen die rückseitigen Begriffe der anderen Seite lesbar auf- und abtauchen.</span></p>
<p><span></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 458px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/ola02.jpeg"><img title="Papierwort (Kinetische Skulptur)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/ola02.jpeg" alt="Papierwort (Kinetische Skulptur)" width="448" height="336" /></a><p class="wp-caption-text">Ola Lewin: Papierwort (Kinetische Skulptur)</p></div>
<p>Durch das Beschreiben des Papiers werden die Wortmonumente sinnbildliche Opfer der Lethe. Verschriftlicht tauchen sie von Generation zu Generation aus dem Unbewussten, kollektiv festgehalten, aber nicht verstanden. Lewin zwingt uns durch neuartige Zwischenwortverbindungen zum Assoziationsstrom. Diese <em>I</em><em>nterwörter</em> sollen unaufgeschrieben verinnerlicht werden. Und: Lewin fordert Wortbekenntnisse. Die digitale Version geht sogar so weit, dass jeder Besucher eine eigene Wortkette schöpfen kann. Ein imperativ auf eine kollektive Erkenntnisarbeit. Diese bereits angesprochene, uralte zivilisatorische Hoffnung (Präludium interrogativ) könnte dem bedeutungsschwangeren Teufelskreis vielleicht ein Ende setzen.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Assoziation, Erkenntnis, Interwort, Kreis, Ola Lewin, Papierwort, Zwischenwörter, Zyklus <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/59/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/59/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/59/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/59/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/59/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/59/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/59/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/59/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/59/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/59/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=59&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Diktat-ur</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 21:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 
Diktieren wird unter heutigen Gesichtspunkten als mündliche Weitergabe eines Textes zum Verschriftlichen aufgefasst. Die ursprüngliche Bedeutung Befehlen wird erst in zweiter Bedeutungsebene angegeben. Ein semantischer Verdrängungsakt des zivilhistorischen Bewusstseins?
 
Stamm geht in seiner Performance, die aus einem Theaterstück herausgelöst wurde, noch ein Stück weiter. Diktiert wird ein bereits verschriftlichter Text, ein Brief des Versorgungsamts Ravensburg an seinen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=56&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/stamm.jpeg"><img title="Antrag auf Gewährung einer Kannversorgung (Performative Soundinstallation)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/stamm.jpeg" alt="Antrag auf Gewährung einer Kannversorgung (Performative Soundinstallation)" width="480" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Wojciech Stamm: Antrag auf Gewährung einer Kannversorgung (Performative Soundinstallation)</p></div>
<p>Diktieren wird unter heutigen Gesichtspunkten als mündliche Weitergabe eines Textes zum Verschriftlichen aufgefasst. Die ursprüngliche Bedeutung <em>Befehlen</em> wird erst in zweiter Bedeutungsebene angegeben. Ein semantischer Verdrängungsakt des zivilhistorischen Bewusstseins?</p>
<p> </p>
<p><span>Stamm geht in seiner Performance, die aus einem Theaterstück herausgelöst wurde, noch ein Stück weiter. Diktiert wird ein bereits verschriftlichter Text, ein Brief des Versorgungsamts Ravensburg an seinen polnischen Großvater mit dem Betreff „Antrag auf Gewährung einer Kannversorgung“. Die mündliche Wiedergabe zum nochmaligen Verschriftlichen entleert den bürokratischen Schreibakt ganz und gar. Macht ihn lächerlich. Mehr noch: Das Diktat wird zum Anlass einer sexuellen Erregung sowohl des Diktierenden als auch der Schreibenden. Jeder Besucher hat die Möglichkeit, den Brief des Herrn Hartmann durch ein Diktat über Kopfhörer auf der Schreibmaschine wieder und wieder zu verschriftlichen. Die Buchstabierweise der polnischen Wörter spielt dabei eine wesentliche Rolle. Hier entfaltet Stamm ein wenig seine deutsch-polnische Geschichte.</span></p>
<p><span>Das Diktat als kategorischer Akt der Amtsgewalt wird durch die Ekstase negiert. Diktieren wird in direkten Zusammenhang mit Herrschaft gebracht. Das andauernde Verschriftlichen und damit (Er)zeugen ihrer Ausübung wird zur Methode ihrer Abschaffung und zur zivil-therapeutischen Gedächtnisarbeit.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Antrag auf Gewährung einer Kannversorgung, Diktat, Diktatur, polnischer Großvater, Schreibmaschine, Schrift, Wojciech Stamm <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/56/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=56&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Palimpsest</title>
		<link>http://papirossa.wordpress.com/2008/12/02/palimpsest/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 19:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 zivilgeneratur]]></category>
		<category><![CDATA[Astrid Menze]]></category>
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		<description><![CDATA[ 
Wird aus Sparsamkeitsgründen der Text in einem Schriftstück getilgt und es danach wieder beschrieben, wird von Palimpsest gesprochen. Eine übliche Methode in der Antike und im Mittelalter. Moderne Techniken können die getilgten Texte aber wieder rekonstruieren. Scheinbar Verlorenes wurde ungewollt in ‚unteren Informationsschichten’ über Jahrhunderte gespeichert &#8211; beinah allegorisch zum menschlichen Gedächtnis.
Menze und Ladenburger haben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=52&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 413px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/menze01.jpeg"><img title="Kehrdicht (Video, 3 min.)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/menze01.jpeg" alt="Kehrdicht (Video, 3 min.)" width="403" height="302" /></a><p class="wp-caption-text">Astrid Menze &amp; Thomas Ladenburger: Kehrdicht (Video, 3 min.)</p></div>
<p>Wird aus Sparsamkeitsgründen der Text in einem Schriftstück getilgt und es danach wieder beschrieben, wird von Palimpsest gesprochen. Eine übliche Methode in der Antike und im Mittelalter. Moderne Techniken können die getilgten Texte aber wieder rekonstruieren. Scheinbar Verlorenes wurde ungewollt in ‚unteren Informationsschichten’ über Jahrhunderte gespeichert &#8211; beinah allegorisch zum menschlichen Gedächtnis.</p>
<p><span>Menze und Ladenburger haben während einer Kehrwoche in einer schwäbischen Kleinstadt eine öffentliche Performance veranstaltet, in der einer schrieb und der andere tilgte. Ein Palimpsest des</span></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 413px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/menze03.jpeg"><img title="Kehrdicht (Video, 3 min.)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/menze03.jpeg" alt="Kehrdicht (Video, 3 min.)" width="403" height="302" /></a><p class="wp-caption-text">Astrid Menze &amp; Thomas Ladenburger: Kehrdicht (Video, 3 min.)</p></div>
<p>alltäglichen Wortschatzes sozusagen. Aus <em>V</em><em>erkehr</em> wird <em>zerrt</em>, dann <em>V</em><em>orgarten</em>, <em>morgens</em>, <em>O</em><em>rganspende</em> und so weiter. Durch den Akt des Überschreibens werden die für jedermann gebräuchlichen und mehr oder weniger unspektakulären Begriffe in eine Unterebene verschoben, in der sie eine Pseudo-Semantik erhalten. Die Tilgung entzieht ihnen die reale Bedeutungsebene. Man könnte sagen, das vokabular des Zivilisationsalltags liegt so im Unbewussten, liegt so lange verschollen, bis man es irgendwann Schicht für Schicht wieder an die Oberfläche bringt. Das gleicht einer Reversion der Sprachgeschichte, einer Umkehrung von Wort und Bedeutung. </p>
<p><span><br />
</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Astrid Menze, gebräuchliche Wortbedeutungen, Kehrwoche, Palimpsest, Staubsauger, Thomas Ladenburger <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/52/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=52&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Kulturspektographie</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 19:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 zivilgeneratur]]></category>
		<category><![CDATA[Cesare Viel]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturspektograph]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Turm zu Babel scheiterte der Überlieferung nach an der Vielfalt und Verwirrung der Sprachen. Der missglückte Turmbau steht seither als Symbol für eine gescheiterte interkulturelle  Kommunikation. Von diesem Ereignis ausgehend bemühten sich die einzelnen Gesellschaften um strenge Trennung und Hervorhebung ihrer kulturellen Existenzen. Der Übersetzer wurde hier zum wesentlichen interkulturellen Vermittler.
Cesare Viels Installation funktioniert [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=47&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 430px">
<div style="text-align:auto;"></div>
<p><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/viec_03.jpg"><img title="Scrivi la tua frase sulla molteplicitá (Andauernde Projektion aus 81 Dias)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/viec_03.jpg" alt="Scrivi la tua frase sulla molteplicitá (Andauernde Projektion aus 81 Dias)" width="420" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Cesare Viel: Scrivi la tua frase sulla molteplicitá (Andauernde Projektion aus 81 Dias)</p></div></p>
<p>Der Turm zu Babel scheiterte der Überlieferung nach an der Vielfalt und Verwirrung der Sprachen. Der missglückte Turmbau steht seither als Symbol für eine gescheiterte interkulturelle  Kommunikation. Von diesem Ereignis ausgehend bemühten sich die einzelnen Gesellschaften um strenge Trennung und Hervorhebung ihrer kulturellen Existenzen. Der Übersetzer wurde hier zum wesentlichen interkulturellen Vermittler.</p>
<p>Cesare Viels Installation funktioniert wie ein Kultur- und Sprachenspektograph. Er sammelt Aussagen zur Vielfalt der Kulturen, egal in welcher Sprache. So entsteht allmählich ein übernationaler Kodex zur Varietät der Kulturen. Ohne Übersetzungen baut er auf babylonische Weise ein neues multikulturelles Gebäude aus Schrift. Ein Diaprojektor zeigt eine Auswahl aus seinem Archiv in italienischer, englischer und französischer Sprache. Ein sehr europäischer Turm. Die projizierten Sätze kreisen um das Motiv „Wir können über Vielfältigkeit sprechen, aber wir sind nicht sicher, in welcher Sprache wir sie beschreiben könnten“.</p>
<p><span>Durch das Verschriftlichen und anschließende Ablichten als Bild werden die einzelnen Sätze in doppelter Weise konserviert – als Bedeutung und als Ikone. Der Akt des Einschreibens in das Heft gleicht quasi einer zivilisatorischen Rettungsaktion. Die Feststellung zur Vielfältigkeit bekommt in der Niederschrift eine größere Gewichtigkeit und steht als Postulat. Das fotografische Festhalten der Schrift transportiert die Aussage wiederum in ein bildliches, ja sozusagen vorschriftliches Archiv. Damit steht der Satz beinah wieder am Anfang der zivilisatorischen Evolution.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Cesare Viel, ie, interkulturelle Kommunikation Turm zu Babel, Kulturspektograph, Scrivi la tua frase sulla molteplicità, Sprachen, Vielfalt <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/47/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=47&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Scrivi la tua frase sulla molteplicitá (Andauernde Projektion aus 81 Dias)</media:title>
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		<title>Schriftwort</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 18:08:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gedächntis]]></category>
		<category><![CDATA[Hüseyin Arda]]></category>
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		<description><![CDATA[Schreiben ist nach der platonischen Idee mit dem Vergessen verbunden. Wir schreiben Dinge auf, weil wir unserem Gedächtnis nicht vertrauen. Oder besser: Es ist uns nicht genug, weil wir es für die nächsten Generationen aufbewahren wollen. Das mündliche Tradieren von Informationen hatte durch eine kontext- und zeitbezogene Übermittlung immer eine Anpassung an die nächste Generation [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=42&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 542px">
<div style="text-align:auto;"></div>
<p><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/arda.jpeg"><img title="Zivilgeneratur (20 m langes und 2,25 m hohes Wort aus Metallbuchstaben)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/arda.jpeg" alt="Zivilgeneratur (20 m langes und 2,25 m hohes Wort aus Metallbuchstaben)" width="532" height="285" /></a><p class="wp-caption-text">Hüseyin Arda: Zivilgeneratur (20 m langes und 2,25 m hohes Wort aus Metallbuchstaben)</p></div></p>
<p>Schreiben ist nach der platonischen Idee mit dem Vergessen verbunden. Wir schreiben Dinge auf, weil wir unserem Gedächtnis nicht vertrauen. Oder besser: Es ist uns nicht genug, weil wir es für die nächsten Generationen aufbewahren wollen. Das mündliche Tradieren von Informationen hatte durch eine kontext- und zeitbezogene Übermittlung immer eine Anpassung an die nächste Generation zur Folge. Am Beginn des Schrifttums wurden nur wichtige Informationen aufgeschrieben und bekamen dadurch ewigen Gültigkeitswert. Das geschriebene Wort war existenzstiftend.</p>
<p>Arda übersetzt die alte schriftliche Tradition in die Zeit der temporären Digitalwörter. Er schreibt Begriffe in einer stählernen Monumentalität und stellt sie im öffentlichen Raum unübersehbar zur Beschau. Auf diese Weise verhilft er diesen Wörtern, Gewichtigkeit in ihrer Bedeutung zurückzufinden.</p>
<p><span>Der ungeprüfte Neologismus <em>Zivilgeneratur</em> wird dadurch nicht nur bedeutungsvoll, sondern auch existent. In seinem kolossalen Schriftzug ist er ja nun nicht mehr zu leugnen. Seine Abschaffung bedarf jetzt eingehender linguistischer und dekonstruktiver Beschäftigung.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Gedächntis, Hüseyin Arda, Neologismus, Platon, Schrift, Wort, Zivilgeneratur <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/42/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/42/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/42/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/42/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/42/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/42/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/42/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/42/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/42/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/42/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=42&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Zivilgeneratur (20 m langes und 2,25 m hohes Wort aus Metallbuchstaben)</media:title>
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		<title>Elegienformation</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 17:35:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 zivilgeneratur]]></category>
		<category><![CDATA[Camille Rose Garcia]]></category>
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		<description><![CDATA[


Der Widerstand ist die einzige Möglichkeit des Individuums einer aktiven Einflussnahme auf den Lauf der Geschehnisse. Einen Strom aufzuhalten oder umzulenken, kann als zivile Einzelperson nicht geleistet werden. Nur die entscheidende Menge an Hindernissen gabelt den Lauf, spaltet und entschleunigt ihn. Die Ursprache des Aufbegehrens ist die Elegie.
Garcia und Ginsburg haben in ihrer gemeinsamen Arbeit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=38&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong></strong></p>
<p><strong></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 539px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/Garcia_Ginsburg.jpeg"><img title="Im Afraid of Science von Ginsburg)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/Garcia_Ginsburg.jpeg" alt="Im Afraid of Science von Ginsburg)" width="529" height="329" /></a><p class="wp-caption-text">Camille Rose Garcia &amp; Janet Ginsburg: Cherry Girl Liberation Army (Installation aus Puppen mit Kassettenspielern, Audio: I&#39;m Afraid of Science von Ginsburg)</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight:normal;">D</span></strong>er Widerstand ist die einzige Möglichkeit des Individuums einer aktiven Einflussnahme auf den Lauf der Geschehnisse. Einen Strom aufzuhalten oder umzulenken, kann als zivile Einzelperson nicht geleistet werden. Nur die entscheidende Menge an Hindernissen gabelt den Lauf, spaltet und entschleunigt ihn. Die Ursprache des Aufbegehrens ist die Elegie.</p>
<p><span>Garcia und Ginsburg haben in ihrer gemeinsamen Arbeit <em>Cherry Girl Liberation Army</em> das Motiv der Masse und Uniform an das klassische Genre der Elegie geknüpft. Mehr noch – Ginsburg gibt dem Klagelied eine bewusst technoide Sprache und den Stimmen der <em>cherry girls</em>, der süßen Puppen, einen unwirklichen Computerklang. Die Arbeit entspiegelt das Ich und zeigt es als hilflosen Teil einer dominanten Masse bzw. einer herrschenden und unbeherrschten Disziplin (im Sinne der Wissenschaft). Die Gleichförmigkeit und Gleichstimmigkeit der Klage bestärken zum einen den Widerstand durch das Prinzip der Stimmintensität und Lautstärke, widersprechen aber andererseits in sich dem Mengenprinzip durch die Monotonie und Gefühllosigkeit der Stimmen. Die Klage wird so zum unscheinbaren Bestandteil des statischen Hintergrunds einer Gesellschaft, vor dem Z<em>ustand</em> und <em>W</em><em>iderstand</em> zu den üblichen Grundfarben eines monumentalen Zivilisationsschinkens werden und keinerlei Dynamik im evolutionären Prozess entwickeln.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Camille Rose Garcia, Cherry Girl Liberation Army, Elegie, I'm afraid of Science, Janet Ginsburg, Masse, Stimmen, technoid, Uniform <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/38/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=38&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Präludium Interrogativ</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 19:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 zivilgeneratur]]></category>
		<category><![CDATA[Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[I Have a Question]]></category>
		<category><![CDATA[Menschheit]]></category>
		<category><![CDATA[Noam Braslavsky]]></category>
		<category><![CDATA[Soundinstallation]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Frage steht am Beginn der menschlichen Geistesgeschichte. Als Morgengrauen der gesellschaftlichen Evolution. Fragen fordern immer einen Status quo heraus, prüfen ihn, forschen ihn aus. Fragen suchen. Die antworten darauf markieren wieder die nächsten Fragen. Fragen finden zu neuen Fragen, halten als solche den menschlichen Erkenntnisstrom in Bewegung. Sagen wir einfach, das Wesen der zivilisatorischen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=28&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><span></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 477px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/noambraslavsky.jpeg"><img class=" " title="I Have A Question (Interaktive Soundinstallation)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/noambraslavsky.jpeg" alt="I Have A Question" width="467" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Noam Braslavsky: I Have A Question (Interaktive Soundinstallation)</p></div>
<p></span></p>
<p><span>Die Frage steht am Beginn der menschlichen Geistesgeschichte. Als Morgengrauen der gesellschaftlichen Evolution. Fragen fordern immer einen Status quo heraus, prüfen ihn, forschen ihn aus. Fragen suchen. Die antworten darauf markieren wieder die nächsten Fragen. Fragen finden zu neuen Fragen, halten als solche den menschlichen Erkenntnisstrom in Bewegung. Sagen wir einfach, das Wesen der zivilisatorischen Evolution sei interrogativ.</span></p>
<p><span>In der Arbeit <em>I have a question</em> stellt Noam Braslavsky die bis heute unbeantworteten Fragen der Menschheit. Auf jeder Taste der elektronischen Orgel liegt ein grundlegendes Interrogativum der Zivilisation. Ein Tonteppich im Hintergrund steht als Ausgangspunkt für die Fragensymphonien der Besucher. “What is my question? Who is behind God? Why are we still walking on the ground? Who is the real dominator?” Noam Braslavskys Fragen leugnen alle Versuche, auf sie jemals Antworten gefunden zu haben. Das Schisma in der geistesgeschichtlichen Entwicklung hat viele Fragen unstellbar, aber eindeutige Antworten niemals möglich gemacht. </span></p>
<p><span>Die Art der Fragen, die uns Noam Braslavsky hier stellt, lassen eine Klaviatur erkennen. Im Grunde genommen, müsste man die Fragensymphonie in einer festgelegten Bedeutungsabfolge spielen, in Beziehung zu deren Scheitern in der menschlichen Geistesgeschichte. Er gibt aber jedem Besucher die Möglichkeit, sich semantisch davon zu lösen und bloß rein rhythmisch und klangorientiert neue Sequenzen der ewig wiederkehrenden Interrogativa der Menschheit zu schaffen. Damit entleert er sie semantisch, behält nur ihre Form und wirft sie auf diese Weise noch einmal in den evolutionären Fragenkatalog. Spiegelt sich darin doch die älteste aller zivilisatorischen Hoffnungen &#8211; die auf Erkenntnis.</span></p>
Posted in 01 zivilgeneratur Tagged: Fragen, I Have a Question, Menschheit, Noam Braslavsky, Soundinstallation <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/papirossa.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/papirossa.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/papirossa.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/papirossa.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/papirossa.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/papirossa.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/papirossa.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/papirossa.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/papirossa.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/papirossa.wordpress.com/28/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=28&subd=papirossa&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">I Have A Question (Interaktive Soundinstallation)</media:title>
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		<title>Bildverdauung</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 19:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 zivilgeneratur]]></category>
		<category><![CDATA[maurizio cattelan]]></category>
		<category><![CDATA[permanent food]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Das Bild ist das erste Medium der Zivilisationsgeschichte. Es speichert Sprache auf sehr komplexe, ungefähre Art und bietet den größten Interpretationsspielraum. Dadurch enthält es weniger begriffliche, als emotionale Informationen. Stimmungen sind die wesentlichen Mitteilungen im Bild. Die Bildergeschichte der Menschheit ist, sozusagen, die Chronik der Launen und Befindlichkeiten der Kulturen durch die Zeiten.
Cattelan leistet hier [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=24&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 478px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_01.jpeg"><img title="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_01.jpeg" alt="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" width="468" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Maurizio Cattelan: Permanent Food (Magazin 2nd Generation)</p></div>
<p>Das Bild ist das erste Medium der Zivilisationsgeschichte. Es speichert Sprache auf sehr komplexe, ungefähre Art und bietet den größten Interpretationsspielraum. Dadurch enthält es weniger begriffliche, als emotionale Informationen. Stimmungen sind die wesentlichen Mitteilungen im Bild. Die Bildergeschichte der Menschheit ist, sozusagen, die Chronik der Launen und Befindlichkeiten der Kulturen durch die Zeiten.</p>
<p><span>Cattelan leistet hier Verdauungsarbeit. Aus den unzähligen Illustrierten der Welt sammelt er groteske, provokante, stereotype Seiten und stellt sie scheinbar willkürlich und zeitlos in einem neuen Magazin zusammen. <em>Permanent Food</em> – <em>andauernde Nahrung</em> heißt diese Art der Bildauslese und liefert einen überkulturellen, ja beinah globalisierten Klischeefundus. Diese Bilder scheinen aus überallher, irgendwoher oder gar nirgendwoher zu stammen.</span></p>
<p><span>Auch die vereinzelten Textfetzen oder fett gedruckten Aphorismen kommunizieren sowohl figurativ als auch textlich.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 478px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_03.jpeg"><img title="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_03.jpeg" alt="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" width="468" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Maurizio Cattelan: Permanent Food (Magazin 2nd Generation)</p></div>
<p></span></p>
<p><span>Die Willkür der Bildabfolge entpuppt sich aber als strategisch. Cattelan setzt die Bildzitate im Hinblick auf deren Allusionsgehalt zusammen. Dabei geht es vor allem um unalltägliche, dem Durchschnittsmenschen nicht unmittelbar zugängliche, aber dennoch bekannte Bildszenarien. Ohne Tabu und ästhetische Prämissen laufen die Bildsequenzen blätternd ab als Mimesis der üblichen Massenmedienrealität. Gezeigt wird, was auffällt. Der Assoziationsstrom wird von Bild zu Bild abrupt verändert, und so bewusst nur an der Oberfläche der Emotion gehalten, aber jedesmal bis an die semantischen Grenzen getrieben. Diese den meisten nur durch Fernsehen oder Zeitschriften angeeigneten Pseudo-Erlebnisse werden auf diese Weise zu einer seltsam vertrauten Realität.</span></p>
<p><span>Der Versuch Cattelans, das andere, seltene Ereignis aus dem globalen Leben bildlich herauszulösen und zu sammeln, offeriert ein periodisches Sammelsurium der menschlichen Tragikomik. Diese scheinbaren Sensationen sind die ewig wiederkehrenden Meilensteine des menschlichen Bildergedächtnisses, nur eben angepasst an die Zeiten. So ließe sich doch vielleicht eine figurative Schablone der zivilisatorischen Entwicklungsgeschichte bauen?</span></p>
<p><span></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 478px"><a href="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_02.jpeg"><img title="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" src="http://www.emmabraslavsky.de/papirossa/pag/cattelan_02.jpeg" alt="Permanent Food (Magazin 2nd Generation)" width="468" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Maurizio Cattelan: Permanent Food (Magazin 2nd Generation)</p></div>
<p></span></p>
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		<title>Die Wohnung des Regisseurs. Untersuchungsbericht über einen vergessenen Freund</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 15:29:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emma Braslavsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 I House You]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe Eugenio irgendwann vergessen. Ich konnte mich nicht mehr an sein Gesicht erinnern. Er verschwand einfach hinter neuen Kulissen in meinem Leben. Nur seine Wohnung blieb aus irgendeinem Grund wie ein Platz der Muse in meinem Kopf. Sobald ich an das Wort Wohnung denke, betrete ich in meinen Gedanken durch einen kurzen Vorraum sein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=papirossa.wordpress.com&blog=5685701&post=19&subd=papirossa&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ich habe Eugenio irgendwann vergessen. Ich konnte mich nicht mehr an sein Gesicht erinnern. Er verschwand einfach hinter neuen Kulissen in meinem Leben. Nur seine Wohnung blieb aus irgendeinem Grund wie ein Platz der Muse in meinem Kopf. Sobald ich an das Wort Wohnung denke, betrete ich in meinen Gedanken durch einen kurzen Vorraum sein Arbeitszimmer, dann die Küche mit Salon. Seine Wohnung ist bei mir zu einem Symbol geworden. Warum das so ist, versuche ich im Folgenden zu verstehen.</p>
<p><span>Ich traf ihn in einer typisch römischen Salumeria. Irgendwann 1992. Ich kam nach Rom um zu schreiben, veröffentlichte aber nichts und war gerade wieder pleite. Die Salumeria lag um die Ecke meiner Wohnung. Ich besuchte sie fast täglich, wollte wie so oft nur mal riechen, ein tiefes Fleisch-Lüftchen umsonst schnappen, als diesmal ein Mann neben mir meinte: „Das Beste ist umsonst. Sie riechen immer besser als sie schmecken können“. Auch er kam nur zum Riechen hier rein, er war Vegetarier und gönnte sich hier nur das Fleischaroma. Er lud mich anschließend in ein Restaurant ein und wir unterhielten uns über die eigentümliche Würze der kalabrischen Würste. Er schien auf diesem Gebiet ein Experte zu sein. Eugenio erzählte mir, dass sein Bruder jedes Jahr ein großes Schlachtfest zu Hause in Kalabrien veranstaltete und ihm seit Jahren selbst gemachte Wurstwaren nach Rom mitgab. Dass er Vegetarier war, ignorierte die ganze Familie aus Scham. Eugenio nahm es hin. So hatte er sich irgendwann zu einem Wurstaromaexperten entwickelt. Ich bekannte mich stolz zum Fleischessen und er lud mich zu sich zu einer Essprobe ein. Erst ganz am Schluss erfuhr ich übrigens, dass er auch Drehbücher schreibt, Regie führt und Schauspieler ist. Uns trennten 22 Jahre voneinander. </span></p>
<p><span>Eines Abends besuchte ich Eugenio danach in seiner Wohnung. Sie lag südlich des Zentrums. Ich fiel direkt mit der Wohnungstür in seinen Arbeitsraum, der gleich durch eine halbhohe Wand hervortrat. Die Wände waren voll mit Filmplakaten und Beweisfotos, auf denen er mit berühmten Schauspielern und Filmleuten zu sehen ist, mit Ideen, Konzepten und Unmengen an Zettelchen, die von unentwegten Gedankenreisen erzählten. Eine wahre Informationsflut. Am Übergang zum Salon stand schon der pikante Wurstgeruch. Die verwinkelte Wohnung schien in jeder Ecke ein Geheimnis zu hüten. Möbel hatte er nicht viele. Jedenfalls war nicht viel von ihnen zu sehen. Ich nahm sie beinah nicht wahr. Die vielen Bücher standen irgendwie von selbst an der Wand &#8211; aufgeschichtet in Schichten von Geschichten, dazwischen Manuskripte von ihm. Vom Schreibtisch war fast nichts zu sehen, selbst die Schubfächer waren zum Teil von heraushängendem Papier verhüllt.</span></p>
<p><span>Eugenio zog mich an der Hand über die Aromaschwelle in den Salon, der auch eine Küche war. Hier hingen zwischen Bildern, Fotos und Plakaten duftende kalabrische Würste. Töpfe, Pfannen, Kellen, Messer und auch wieder die Würste von der Decke teilten den Wohnraum vom Kochbereich ab. Auf dem Tisch hatte er schon ein Tablett voller Kostproben vorbereitet. Wir begannen das Essen. Zu jedem Happen gab er eine Information. Er hatte das theoretische Wissen, ich die praktische Erfahrung. Dabei wanderte ich mit den Augen über die Details an der Wand. Eugenios Wohnung war ein Labyrinth seiner Lebensindizien. Es hing alles da. Sichtbar, sein Innenleben, seine Gedanken. In Teile zerlegt, die ich neu kombinieren konnte. Ich glaube, seit ich seine Wohnung betreten hatte, habe ich ihn nicht ein mal wirklich angesehen. Ich starrte den ganzen Abend an seine Wände und war überwältigt von den würzigen Aromen. Wir redeten auch noch über Drehbücher und Filme. Er erzählte mir von seiner neuen Idee. Dabei schaute ich aus dem Fenster wie ein gekentertes, verschlucktes Schiff aus einem Wal. Dort draußen schien plötzlich alles leer zu sein. Komischerweise küssten oder berührten wir uns nicht. Der Abend war wie eine Jagd – er legte die Spuren und ich folgte ihnen, und verirrte mich.</span></p>
<p><span>Seit diesem Abend haben wir uns nur noch übers Telefon unterhalten. Auch in der Salumeria war er nicht mehr. Dann musste er zum Drehen weg und ich ging zurück nach Deutschland. Ich habe Eugenio in seiner Wohnung verloren. Habe ihn dort in einem der Winkel vergessen. Er hat sich dort irgendwie selbst demontiert in seinen Lebensspuren, die ich im Kopf immer wieder aufnehme, die mich aber nie wirklich zu ihm führen. Ich habe Eugenios Wohnung als seinen Lebensbeweis bewahrt, exemplarisch für ihn. Wenn ich versuche, mich an ihn zu erinnern, sehe ich sein Wohnhaus. Wie er aussieht, weiß ich immer erst, wenn ich auf ein Foto sehe, das er mir ein paar Jahre später nach Deutschland geschickt hatte. Ein Bild von ihm mit Benigni und Moretti.</span></p>
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